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KassenSichV-ready und GDPdU-konform: SAP-Anwender stehen vor Herausforderungen

Dem Fiskus entgehen geschätzte zehn Milliarden Euro pro Jahr durch manipulierte oder fehlerhafte Buchungen. Daher wurden die gesetzlichen Anforderungen durch die KassenSichV und die DSFinV-K-Richtlinie verschärft. Deren Umsetzung fällt vielen Unternehmen offensichtlich schwer. Warum es immer noch hapert, erklären die Experten Christian Knell und Stephan Kaup.

Zu wenige Unternehmen waren GDPdU-konform unterwegs

Aus der Sicht von Stephan Kaup, Geschäftsführer der Consult-SK GmbH, sind die Hintergründe der KassenSichV klar: Im Handel war man schlicht nicht GDPdU-konform beziehungsweise GoBD-konform unterwegs. „Weil die Aufzeichnungen der Unternehmen in der Vergangenheit mangelhaft waren, stattet man die Registrierkassen mit einer technischen Sicherheitseinrichtung aus, die vor Manipulation schützt. Zusätzlich wird eine Schnittstelle eingerichtet, mit der Finanzbehörden die Daten auswerten können“, erklärt der Spezialist für Rechnungsprozesse.

Problematisch sei unter anderem gewesen, dass die Kassenpflicht von Bund und Ländern unterschiedlich und teilweise unkoordiniert gehandhabt wurde. Termine wurden wiederholt verschoben. Unter bestimmten Bedingungen wurden beispielsweise die Fristen für die vorgeschriebene Zertifizierung der TSE nun bis Ende März 2021 verlängert.

KassenSichV ist ein präsentes Thema

Kaup blickt zurück: „Manche Unternehmen haben sich den Konsequenzen der Kassensicherungsverordnung aktiv gestellt, alle relevanten Prozesse überprüft und, wo nötig, Anpassungen vorgenommen. Manche scheinen auf leider nicht existente Out-of-the-box-Lösungen zu setzen und andere scheinen der Meinung zu sein, das Thema würde sie nicht betreffen.“ Mit zunehmender rechtlicher Dringlichkeit der Thematik habe sich diese Einstellung jedoch schnell gewandelt.

Von ähnlichen Erlebnissen weiß auch Christian Knell, geschäftsführender Gesellschafter des SAP-Beratungsunternehmens snap Consulting mit Sitz in Wien, zu berichten. Österreich hat eine ähnliche Registrierkassen-Regelung im Zuge der Registrierkasse drei Jahre früher eingeführt und es konnten bereits mehr Erfahrungen gesammelt werden. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Plug-and-Play einfach nicht funktioniert, weil gerade Unternehmen, die mit SAP arbeiten, sehr verschiedene Prozessabbildungen, Module und Branchenlösungen im Einsatz haben“, so Knell.